Wie man einen Schmetterling spannt
Die EntomoBoxes Anleitung für Schmetterlings-Sets

Wie man einen Schmetterling
spannt

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger, vom getrockneten Exemplar bis zum fertigen Schaukasten.

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Drucke sie aus oder behalte sie auf deinem Handy neben dem Spannbrett. Dieselbe Anleitung, fünf Sprachen.

Bevor du anfängst

Hallo, ich bin Chris

Danke, dass du dich für ein Schmetterlings-Set von EntomoBoxes entschieden hast! Ich spanne schon seit Jahren Schmetterlinge und viele der Werkzeuge in diesem Set habe ich selbst entworfen. Deshalb freue ich mich besonders, dass du es ausprobieren möchtest.

Beim Spannen (auch Präparieren genannt) brauchst du Geduld, die richtigen Werkzeuge und etwas Übung. Dein erster Schmetterling wird nicht perfekt sein, und das ist völlig in Ordnung. Selbst erfahrenen Sammlern passiert es ab und zu, dass sie einen Flügel beschädigen. Arbeite langsam, bleib ruhig und vertraue auf den Prozess.

Wenn du irgendwo nicht weiterkommst, schreib mir einfach an info@entomoboxes.com. Ich helfe dir immer gerne weiter.

Chris
Gründer von EntomoBoxes

Der gesamte Ablauf auf einen Blick

1Aufweichen24-48 Stunden

Warmes Wasser und eine feuchte Kammer machen die Flügelmuskeln wieder weich.

2Befestigen und spreiten20-40 Minuten

Stecke die Nadel durch den Brustkorb und breite die Flügel unter den Spannstreifen aus.

3Trocknen1-4 Wochen

An einem dunklen, trockenen Ort, bis der Körper vollständig ausgehärtet ist.

4AusstellenFür immer

Setze ihn in einen Rahmen oder Sammlungskasten und erfreue dich daran.

Sieh mir beim Spannen zu

Das Video zeigt den ganzen Teil mit Aufnadeln und Spannen, von der ersten Nadel bis zur letzten. Weiche deinen Schmetterling zuerst auf (Schritt 1).

Lege zuerst alles bereit

Was du brauchst

Mit diesen Dingen wirst du arbeiten. Sie sind alle in deinem EntomoBoxes Schmetterlings-Set enthalten. Jeder Name führt zum jeweiligen Produkt, falls du einmal Nachschub brauchst.

Nicht im Set enthalten, aber nötig

  • Kunststoffbehälter mit Deckel - etwa 2 Liter (67 oz)
  • Sprühflasche mit warmem Leitungswasser
  • Schere zum Zuschneiden der Spannstreifen
  • Micro-Set: Keine Spritze und keine Pinzette enthalten. Besorge dir daher eine dünne Insulinspritze.
  • Und eine gute Portion Geduld :)

Später praktisch

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Schritt 1

Den Schmetterling aufweichen

Getrocknete Schmetterlinge kommen mit geschlossenen Flügeln in einem Papierumschlag an. Bevor du sie öffnen kannst, müssen die Flügelmuskeln weich werden, sonst brechen die Flügel. Das ist der wichtigste Schritt im gesamten Ablauf.

  1. Fülle die Spritze mit warmem Leitungswasser. Warm, nicht heiß.
  2. Nimm den Schmetterling aus dem Umschlag und lege ihn auf eine flache, stabile Unterlage.
  3. Halte ihn vorsichtig, aber fest mit den Fingern oder einer Pinzette, damit er sich nicht bewegt.
  4. Führe die Nadel in den Brustkorb ein, den mittleren Körperabschnitt, an dem alle vier Flügel ansetzen. Am einfachsten ist es genau dort, wo der Hinterleib auf den Brustkorb trifft (Abb. 1, 2). Spritze niemals in den Hinterleib (er reißt ein) oder in den Kopf.
Die Einstichstelle genau dort, wo der Hinterleib auf den Brustkorb trifft.
Abb. 1 Die Einstichstelle genau dort, wo der Hinterleib auf den Brustkorb trifft.
Die Nadel wird von hinten an der Basis des Brustkorbs eingeführt.
Abb. 2 Die Nadel wird von hinten an der Basis des Brustkorbs eingeführt.
Vorsicht, die Nadel ist scharf

Der Körper eines Schmetterlings ist robuster, als er aussieht. Drücke die Nadel langsam hinein. Sobald du keinen Widerstand mehr spürst, bist du im Inneren. Wenn du den Schmetterling mit einer Pinzette hältst, hast du besseren Halt und schützt deine Finger.

  1. Spritze das Wasser langsam hinein, bis sich am Einstich eine kleine Wasserperle bildet oder Wasser herauszulaufen beginnt. Das zeigt dir, dass der Brustkorb gefüllt ist.
  2. Ziehe die Nadel heraus und lege den Schmetterling auf den umgedrehten Deckel des Behälters (Abb. 3).
  3. Besprühe das Innere des Behälters, bis alle Wände mit feinen Wassertropfen bedeckt sind (Abb. 4).
  4. Stülpe den Behälter über den Deckel und verschließe ihn, sodass sich der Schmetterling in der feuchten Kammer befindet (Abb. 5).
  5. Warte mindestens 24 Stunden. Große Schmetterlinge und Exemplare, die schon seit Jahren gelagert wurden, brauchen 36-48 Stunden.
Schmetterling auf dem umgedrehten Deckel.
Abb. 3 Schmetterling auf dem umgedrehten Deckel.
Feine Tropfen an allen Wänden. Das ist wichtig.
Abb. 4 Feine Tropfen an allen Wänden. Das ist wichtig.
Geschlossene feuchte Kammer mit dem Schmetterling im Inneren.
Abb. 5 Geschlossene feuchte Kammer mit dem Schmetterling im Inneren.
Profi-Tipp: Verhindere Schimmel, bevor er entsteht

Gib etwas 70%igen Isopropylalkohol zum Wasser in deiner Sprühflasche. Das verhindert Schimmelbildung und ist besonders nützlich, wenn große Exemplare länger als 24 Stunden in der Kammer bleiben.

Ist er bereit? Der Drucktest

Drücke vorsichtig direkt unterhalb der Flügelgelenke.
Abb. 6 Drücke vorsichtig direkt unterhalb der Flügelgelenke.

Nimm den Schmetterling heraus und drücke den Brustkorb mit einer Pinzette vorsichtig direkt unterhalb der Flügelgelenke zusammen. Wenn sich die Flügel leicht öffnen lassen, ist er bereit.

Wenn du auch nur einen leichten Widerstand spürst, zwinge die Flügel nicht auf, sonst brechen sie ab. Spritze etwas mehr warmes Wasser hinein, lege den Schmetterling zurück in die Kammer und prüfe nach 1-2 Stunden erneut.

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Schritt 2

Den Schmetterling am Spannbrett befestigen

Zwei Details entscheiden darüber, ob dein fertiges Exemplar professionell aussieht: eine perfekt gerade Nadel und die richtige Höhe auf dem Spannbrett. Nimm dir dafür Zeit.

  1. Drücke den Körper vorsichtig mit einer Pinzette zusammen (dadurch öffnen sich die Flügel leicht und lassen sich besser spreiten) und stecke eine Insektennadel gerade durch die Mitte des Brustkorbs (Abb. 7, 8).
  2. Die Nadel muss genau im 90-Grad-Winkel zum Körper stehen (Abb. 9, 10). Schon eine leichte Neigung führt dazu, dass der Schmetterling schief trocknet.
Die Nadel wird durch die Mitte des Brustkorbs gesteckt.
Abb. 7 Die Nadel wird durch die Mitte des Brustkorbs gesteckt.
Ansicht von oben: Die Nadel sitzt genau in der Mitte des Brustkorbs.
Abb. 8 Ansicht von oben: Die Nadel sitzt genau in der Mitte des Brustkorbs.
Senkrecht zum Körper, im 90-Grad-Winkel.
Abb. 9 Senkrecht zum Körper, im 90-Grad-Winkel.
Seitenansicht: Die Nadel steht gerade, ohne Neigung.
Abb. 10 Seitenansicht: Die Nadel steht gerade, ohne Neigung.
  1. Halte die Nadel oben fest und senke den Schmetterling in die Rille des Spannbretts. Richte ihn mittig aus und achte darauf, dass die Nadel in beide Richtungen gerade steht (Abb. 11).
Derselbe Schmetterling von vorne und von der Seite. Die Nadel steht in beide Richtungen im 90-Grad-Winkel.
Abb. 11 Derselbe Schmetterling von vorne und von der Seite. Die Nadel steht in beide Richtungen im 90-Grad-Winkel.
  1. Drücke die Nadel so weit hinein, bis die Flügelgelenke genau auf Höhe der Oberfläche der seitlichen Brettteile liegen (Abb. 12). Sitzt der Schmetterling zu hoch, zeigen die Flügel nach oben. Sitzt er zu tief, hängen sie in die Rille. Dieser kleine Unterschied macht beim fertigen Ergebnis einen großen Unterschied (Abb. 13).
Beide Flügelgelenke liegen bündig mit den seitlichen Brettteilen.
Abb. 12 Beide Flügelgelenke liegen bündig mit den seitlichen Brettteilen.
Das Flügelgelenk liegt genau auf Höhe der Brettoberfläche.
Abb. 13 Das Flügelgelenk liegt genau auf Höhe der Brettoberfläche.
Welches Spannbrett?

Wenn dein Set mehrere Spannbretter enthält, wähle eines anhand der Rille: Je breiter die Rille, desto größer der Schmetterling. Die Rille sollte den Körper halten, ohne ihn zusammenzudrücken, und die Flügel sollten flach auf beiden Brettteilen aufliegen. Auf das 16 cm lange Micro-Spannbrett passen ein größerer Schwalbenschwanz oder zwei kleinere Schmetterlinge nebeneinander.

Die richtige Höhe jedes Mal treffen

Mit einem Spannblock kannst du bei jedem Exemplar dieselbe Nadelhöhe einstellen, sodass deine gesamte Sammlung gleichmäßig aussieht.

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Schritt 3

Die Flügel spreiten

Dieser Schritt braucht etwas Übung. Der ganze Trick liegt in den Spannstreifen: Wenn du sie zu dir ziehst, drücken sie die Flügel sanft flach. Sobald du den Dreh raus hast, geht der Rest ganz leicht.

  1. Schneide zwei Streifen Spannfolie zu, die jeweils mindestens doppelt so lang sind wie der längste Flügel. Als Anfänger solltest du sie noch länger machen, damit du mehr Fläche zum Festhalten hast.
  2. Lege einen Streifen über eine Seite des Spannbretts und befestige ihn oben mit zwei Montagenadeln (Abb. 14). Lass ihn etwas über den Rand hinausragen. Diesen Überstand brauchst du später für die Fühler.
  3. Halte den Streifen gerade und parallel zur Kante des Brettteils (Abb. 15).
Spannfolie oben mit zwei Nadeln befestigt.
Abb. 14 Spannfolie oben mit zwei Nadeln befestigt.
Gerade und parallel zur Kante des Brettteils.
Abb. 15 Gerade und parallel zur Kante des Brettteils.
Flügel unter den Spannstreifen, das freie Ende zu dir ziehen.
Abb. 16 Flügel unter den Spannstreifen, das freie Ende zu dir ziehen.
  1. Schiebe sowohl den Vorderflügel als auch den Hinterflügel unter den Spannstreifen. Ziehe dann das freie Ende des Streifens zu dir und gegen das Spannbrett. Du wirst sehen, wie er die Flügel nach unten drückt (Abb. 16).

Übe diese Zug- und Druckbewegung ein paar Mal, bevor du anfängst, die Flügel zu bewegen. Sie ist die Grundlage für alles, was danach kommt.

  1. Hebe den Vorderflügel mit der Spannnadel in die richtige Position. Schiebe die Spitze unter den Flügel, hake die dicke Flügelader nahe der Vorderkante ein (Abb. 17) und schiebe den Flügel nach oben (Abb. 18). Ziehe dabei mit der anderen Hand den Spannstreifen weiter nach unten, damit er den Flügel während der Bewegung flach hält.
Die Nadel wird unter den Flügel geschoben und hakt sich an der dicken Flügelader ein.
Abb. 17 Die Nadel wird unter den Flügel geschoben und hakt sich an der dicken Flügelader ein.
Schiebe den Flügel nach oben, während der Spannstreifen ihn flach hält.
Abb. 18 Schiebe den Flügel nach oben, während der Spannstreifen ihn flach hält.

Wohin soll der Flügel?

Ich richte die Hinterkante des Vorderflügels ungefähr im 90-Grad-Winkel zum Körper aus. Das ist die klassische Position, aber es gibt hier keine strengen Regeln. Spanne deine Schmetterlinge einfach so, wie sie dir gefallen :)

Beide Hände arbeiten zusammen

Eine Hand bewegt die Nadel, der Zeigefinger der anderen zieht den Spannstreifen und der Mittelfinger drückt den Streifen nach unten, sobald der Flügel an seiner Position ist. Am Anfang fühlt es sich etwas unbeholfen an, aber spätestens beim dritten Schmetterling geht es ganz natürlich.

Links: die Standardposition. Mitte: Flügel zu weit unten. Rechts: unnatürlich weit nach oben gezogen.
Abb. 19 Links: die Standardposition. Mitte: Flügel zu weit unten. Rechts: unnatürlich weit nach oben gezogen.
  1. Sobald der Vorderflügel richtig liegt, befestige ihn mit vier Stecknadeln mit großem Kopf, die du rund um den Flügel durch den Spannstreifen steckst, niemals durch den Flügel selbst (Abb. 20).
  2. Jetzt kommt der Hinterflügel. Schiebe ihn nach oben, sodass er unter den Vorderflügel gleitet, und befestige ihn dann mit weiteren vier Nadeln (Abb. 21). Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Schiebe die Nadel unter den Flügel und drücke ihn von unten nach oben, genauso wie beim Vorderflügel. Oder setze die Nadelspitze auf eine dicke Flügelader nahe der Basis des Hinterflügels und schiebe den Flügel ganz vorsichtig von oben nach oben (Abb. 22). Drücke immer nur auf eine kräftige Flügelader, niemals auf die dünne Haut zwischen den Adern, sonst reißt sie. Keine der beiden Methoden ist einfacher oder besser. Probiere beide aus und finde heraus, welche dir besser liegt. Auch nach Jahren verwende ich je nach Schmetterling beide Methoden.
Vorderflügel mit vier Nadeln im Spannstreifen befestigt.
Abb. 20 Vorderflügel mit vier Nadeln im Spannstreifen befestigt.
Beide Flügel liegen an der richtigen Stelle, der Spannstreifen ist straff gezogen.
Abb. 21 Beide Flügel liegen an der richtigen Stelle, der Spannstreifen ist straff gezogen.
Druck von oben: Die Nadelspitze liegt auf einer kräftigen Flügelader nahe der Basis des Hinterflügels.
Abb. 22 Druck von oben: Die Nadelspitze liegt auf einer kräftigen Flügelader nahe der Basis des Hinterflügels.
Der Hinterflügel liegt oben?

Kein Stress. Befestige zuerst den Vorderflügel und verwende dann zwei Spannnadeln: Mit einer hebst du die Hinterkante des Vorderflügels an, mit der anderen schiebst du den Hinterflügel darunter.

Die Nadel bleibt am Flügel hängen?

Wenn du einen Flügel durchstichst, weil die Nadel zu scharf ist, stumpfe die Spitze mit feinem Schleifpapier etwas ab. So gleitet sie viel sanfter an den Flügeladern entlang.

  1. Drehe das Spannbrett um, sodass es auf dem Kopf steht, und wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite. So befinden sich deine Hände genau in derselben Position wie zuvor. Du bist Linkshänder? Mach es genauso, nur spiegelverkehrt.
  2. Wenn beide Seiten fertig sind, entferne die beiden Nadeln, mit denen du den Spannstreifen am Anfang befestigt hast. Schiebe die Fühler unter den Spannstreifen und richte sie mit jeweils einer Nadel daneben vorsichtig nach vorne aus (Abb. 23, 24).
  3. Stütze den Hinterleib mit zwei Nadeln ab, die du auf beiden Seiten über Kreuz zu einem X anordnest. So hängt er beim Trocknen nicht nach unten (Abb. 25).
Fühler unter den Spannstreifen geschoben.
Abb. 23 Fühler unter den Spannstreifen geschoben.
Mit Nadeln nach vorne ausgerichtet.
Abb. 24 Mit Nadeln nach vorne ausgerichtet.
Fertig, der Hinterleib ist abgestützt.
Abb. 25 Fertig, der Hinterleib ist abgestützt.
Keine Spannstreifen mehr übrig?

Wenn deine Spannstreifen aufgebraucht sind, bestelle einfach Nachschub oder probiere Pergamentstreifen. Auch mit Schmetterlingen funktionieren sie hervorragend.

Schritt 3 im Überblick

Noch einmal, mit einem zweiten Schmetterling

Hier siehst du den gesamten Vorgang des Spreitens noch einmal an einem Charaxes. So kannst du dieselben Handgriffe an einer anderen Flügelform sehen.

Vorderflügel mit der Nadel nach oben geschoben. Die Hinterkante des Vorderflügels liegt am Ende ungefähr im 90-Grad-Winkel zum Körper.
Abb. 26 Vorderflügel mit der Nadel nach oben geschoben. Die Hinterkante des Vorderflügels liegt am Ende ungefähr im 90-Grad-Winkel zum Körper.
Vorderflügel im Spannstreifen befestigt. Jetzt schiebt die Nadel den Hinterflügel darunter nach oben.
Abb. 27 Vorderflügel im Spannstreifen befestigt. Jetzt schiebt die Nadel den Hinterflügel darunter nach oben.
Eine Seite ist fertig. Alle Nadeln stecken im Spannstreifen, keine im Flügel.
Abb. 28 Eine Seite ist fertig. Alle Nadeln stecken im Spannstreifen, keine im Flügel.
Beide Seiten sind fertig. Jetzt kommen die Fühler und der Hinterleib.
Abb. 29 Beide Seiten sind fertig. Jetzt kommen die Fühler und der Hinterleib.
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Schritt 4

Trocknen und ausstellen

Der Schmetterling muss jetzt vollständig trocknen, bevor du ihn vom Spannbrett nehmen kannst. Ihn zu früh abzunehmen, ist einer der häufigsten Anfängerfehler. Hab also Geduld.

Wo trocknen?

An einem dunklen, trockenen und gut belüfteten Ort. Vermeide:

  • Direkte Sonneneinstrahlung - UV-Licht lässt orange, rote und gelbe Farben verblassen.
  • Feuchte Räume wie Badezimmer oder Keller - Schimmelgefahr.
  • Insekten - Museumskäfer und Ameisen fressen ungeschützte Exemplare.

Wie lange?

Kleine Schmetterlinge unter 6 cm1 Woche
Mittelgroße Schmetterlinge 6-12 cm2 Wochen
Große Schmetterlinge, Morpho 12-20 cm3 Wochen
Du hast es eilig?

Du kannst den Vorgang auf einem Heizkörper oder im Backofen bei max. 40 °C (104 °F) für 3-4 Stunden beschleunigen und das Ganze einmal wiederholen. Geh niemals über diese Temperatur hinaus. Die Flügel werden spröde, die Farben verändern sich und das Spannbrett kann beschädigt werden. Zimmertemperatur ist immer die sicherste Wahl :)

Ist er trocken?

Berühre den Hinterleib vorsichtig mit der Spitze einer Nadel. Er muss sich vollkommen hart anfühlen und darf überhaupt nicht nachgeben. Auch die Flügel sollten steif sein. Ist noch etwas weich? Lass ihn weitere 3-5 Tage trocknen und prüfe erneut.

Ein korrekt gespannter Schmetterling beim Trocknen auf dem Spannbrett.
Abb. 30 Ein korrekt gespannter Schmetterling beim Trocknen auf dem Spannbrett.

Vom Spannbrett nehmen

  1. Entferne die Stecknadeln mit großem Kopf und ziehe die Spannstreifen langsam ab, von der Außenkante in Richtung Körper. Drücke den Spannstreifen mit der anderen Hand nach unten, während du jede Nadel herausziehst.
  2. Halte die Insektennadel fest, niemals die Flügel, und hebe den Schmetterling vorsichtig vom Spannbrett.
  3. Setze ihn in deinen Schaukasten (im Premium-Set ist einer enthalten). Bei Schaukästen mit Schaumstoffrückwand kannst du die Nadel genau dort platzieren, wo du sie haben möchtest. Für dauerhaft befestigte Exemplare verwende ich eine Heißklebepistole.
  4. Ein abgebrochener Fühler oder ein kleiner Riss? Sobald der Schmetterling trocken ist, kannst du ihn mit Insektenklebstoff reparieren.

Deine Sammlung schützen

Eine Sammlung ist nur so gut wie der Kasten, in dem du sie aufbewahrst. Verwende hochwertige Kästen, die dicht schließen, damit keine Schädlinge hineingelangen, und lege immer ein Schädlingsschutzmittel hinein. Ich verwende Mottenpapier mit Transfluthrin. Bei Wandkästen kannst du die Kanten mit Silikon abdichten.

Halte alles von direkter Sonneneinstrahlung und Fenstern fern. Bewahre Sammlungskästen an einem dunklen, trockenen Ort auf, zum Beispiel in einem Schrank.

Alles aus dieser Anleitung in einer Box: die EntomoBoxes Starter-Sets.
Alles aus dieser Anleitung in einer Box: die EntomoBoxes Starter-Sets.
Von anderen lernen

Häufige Fehler und Profi-Tipps

Das solltest du vermeiden

  • Nicht lange genug aufweichen. Wenn die Flügel Widerstand leisten, sind sie noch nicht bereit. Wenn du sie mit Gewalt bewegst, brechen sie entlang der Flügeladern.
  • An der falschen Stelle spritzen. Spritze nur in den Brustkorb. Der Hinterleib reißt ein und der Kopf ist zu klein.
  • Eine schiefe Nadel. Schon wenige Grad Abweichung lassen den getrockneten Schmetterling sichtbar schief aussehen.
  • Flügelgelenke auf der falschen Höhe. Sie müssen auf einer Höhe mit den seitlichen Brettteilen liegen.
  • Auf die Flügelhaut drücken. Sie reißt sofort. Arbeite immer an den dicken Flügeladern.
  • Zu früh vom Spannbrett nehmen. Wenn die letzte Feuchtigkeit entweicht, hängen die Flügel nach unten. Im Zweifel warte weitere 5 Tage.
  • Die Flügel zwischen den Fingern zusammendrücken. Hautfett löst die Schuppen ab. Bei einem Morpho kann schon ein einziger Fingerabdruck den Glanz zerstören.

Das solltest du tun

  • Übe zuerst an einem weniger wertvollen Exemplar. Du kannst denselben Schmetterling immer wieder aufweichen und erneut spannen.
  • Schneide die Spannstreifen länger zu, als du denkst, dass du sie brauchst.
  • Stumpfe eine scharfe Nadel mit feinem Schleifpapier ab, wenn sie ständig am Flügel hängen bleibt.
  • Drehe das Spannbrett um, wenn du die zweite Seite bearbeitest. So bleiben deine Hände in derselben Position.
  • Friere gefundene Insekten ein. Tot gefundene Schmetterlinge bleiben im Gefrierschrank frisch und frei von Schädlingen, bis du sie verwenden möchtest.
  • Schütze fertige Exemplare vor der Sonne. UV-Licht lässt die Farbpigmente mit der Zeit verblassen.
  • Gib nach dem ersten Versuch nicht auf. Der zweite wird schon deutlich besser und beim fünften sieht dein Ergebnis langsam so aus wie auf den Fotos in dieser Anleitung.
"Schmetterlinge zu spannen braucht etwas Zeit und Übung, und am Anfang kann es ein wenig frustrierend sein. Bleib dran, du wirst besser werden, glaub mir. Ein beschädigter Flügel hier und da gehört einfach zum Lernprozess dazu."Chris, EntomoBoxes

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Häufige Fragen

FAQ

Wie lange dauert der gesamte Vorgang?

Das Spannen selbst dauert bei Anfängern 20-40 Minuten, später nur noch 5-10. Dazu kommen mindestens 24 Stunden zum Aufweichen und 1-4 Wochen zum Trocknen. Plane insgesamt etwa 3-5 Wochen ein, bis dein Schmetterling fertig im Schaukasten sitzt.

Kann ich Nähnadeln verwenden?

Nein. Sie sind zu dick (dadurch kann der Brustkorb brechen), zu kurz für das Spannbrett und rosten. Rost hinterlässt dauerhafte Flecken am Exemplar. Verwende immer rostfreie Insektennadeln.

Kann ich einen Schmetterling spannen, der vor Jahren gestorben ist?

Ja. Alte Exemplare müssen nur länger aufgeweicht werden (36-72 Stunden). Manchmal ist nach den ersten 24 Stunden eine zweite Injektion nötig. Du kannst auf dieselbe Weise sogar einen bereits gespannten Schmetterling erneut spannen.

Die Flügel sind gebrochen. Was ist schiefgelaufen?

Fast immer wurde der Schmetterling nicht lange genug aufgeweicht. Lass ihm beim nächsten Mal mehr Zeit und prüfe vorsichtig, ob die Flügel beweglich sind. Dieser Schmetterling ist noch nicht verloren: Spanne ihn so, dass der Riss möglichst wenig auffällt, und versiegel ihn nach dem Trocknen mit Insektenklebstoff.

Kann ich einen Schmetterling spannen, den ich draußen gefunden habe?

Ja, das funktioniert genauso. Gefundene Schmetterlinge sind oft mit zusammengefalteten Flügeln getrocknet oder etwas zerdrückt. Daher brauchst du möglicherweise mehr Geduld.

Ist das Spannen von Schmetterlingen legal?

Das Spannen von gezüchteten oder aus einer Zucht stammenden Exemplaren ist in praktisch jedem Land legal. Für wild gefangene Exemplare können je nach Art und örtlichen Gesetzen Einschränkungen gelten.

Möchtest du noch mehr Fotos?

Die Online-Version enthält noch mehr Fotos und die vollständigen FAQ. Du kommst trotzdem nicht weiter? Schreib mir an info@entomoboxes.com.

Vielen Dank und viel Spaß beim Spannen!

EntomoBoxes ist ein kleines Unternehmen aus der Slowakei. Ich entwerfe und fertige viele unserer Spannwerkzeuge selbst und teste sie an meiner eigenen Sammlung. Deine Unterstützung bedeutet mir viel.

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